Eine unregelmässig geformte Zuchtperle. Es gibt drei Graduierungen von Unregelmässigkeiten:
- halb-barock - barock - schwer- oder Fischschwanzbarock
Blister
Eine natürliche Perle, die durch Eindringen eines Fremdkörpers in die Muschel, gedeiht. Naturperlen sind sehr selten, da sie zufällig und ohne menschliche Einwirkung gedeihen.
Chocker
Eine Reihe provisorisch aufgezogener Perlen in einer Länge von ca. 36 – 40 cm (14 – 16 Zoll).
Goldlippig
Eine Austernart, die zur Gruppe der „pinctada maxima“, den Südseeperlen, gehört. Der innere Schalenrand ist oft goldgelb. Deshalb entsteht meist eine gelblich bis goldfarbene Perle.
Hama-age
Mit diesem Ausdruck wird der Qualitätsgrad der Akoya-Zuchtperlen definiert. Ein „Hama-age“ ist ein höherer Grad, die Bezeichnung „Do-dama“ oder „Kuzu“ gilt als geringere Graduierung.
Kan
Eine japanische Gewichtseinheit. Sie entspricht 1000 Momme oder 3,75 kg
Karasu
Eine Süsswasser-Muschel, die vom Chang-Fluss in China stammt und die sich sehr gut für die Perlenzucht eignet.
Karat
Diese Gewichtseinheit wird vor allem in Europa verwendet. 1 Karat entspricht 0,2 Gramm. Diese Gewichtseinheit kann nur für Zuchtperlen, Diamanten und Edelsteine angewendet werden. Sie sollte nicht mit der Masseinheit für den Goldgehalt verwechselt werden.
Korn
Eine Gewichtseinheit für Naturperlen. 1 Korn entspricht 0,05 Gramm oder ¼ Karat
Lüster
Das Erscheinungsbild der Perlenoberfläche. Mit dem Lüster werden Glanz und die Fähigkeit, Licht zu reflektieren, beurteilt.
Mantel
Der anatomische Teil einer Auster, oder der Weichteilbereich. Winzige Gewebestücke einer Spenderauster werden im Mantel eingepflanzt, zwecks Gedeihung einer Perle.
Momme
Eine alte japanische Gewichtseinheit. Eine Momme entspricht 3,75 Gramm (siehe auch „Kan“). Sie findet heute noch in der Perlenzucht Anwendung.
Orient
Eine Graduierung des Lüsters, also des Schillerns und Leuchtens der Perlenoberfläche (siehe auch „Lüster“).
Perlstab / Perlschnur
Eine Reihe endgültig aufgezogener Perlen mit Verschluss. Die Standardlänge beträgt 36 – 40 cm. In der Regel wird nach jeder Perle ein Knoten gesetzt. Perlen von kleinerer Grösse, wie etwa unter 4 mm, werden immer nach ca. 5 – 10 Perlen geknotet.
Pinguin-Flügel
Die piteria penguin, eine Austernart, in der die Mabé-Zuchtperlen (Mabé Perle) erzeugt werden.
Sankakuho
Dies heisst so viel, wie „dreieckige Muschel“. Für die chinesische Süsswasserperlen-Zucht wird diese Muschelart verwendet.
Sautoir
Eine Reihe endgültig aufgezogener und geknoteter Perlen. Aus zwei Chockern verarbeitet man eine Sautoir, deren Länge ca. 85 cm beträgt.
Schwarzlippig
Die pinctada margaritifera findet man vor allem um Tahiti. Wie der Name schon sagt, entstehen in dieser Auster die schwarzen oder eher dunklen Perlen.
Silberlippig / weisslippig
Die pinctada margaritifera und die pinctada maxima sind ebenfalls Perlaustern, die vor allem in australischen und indonesischen Gewässern zu finden sind. Sie gehören in die Gruppe Südseeperlen und bringen helle Farbtöne hervor.
Verlauf
Wenn man von einem verlaufenden Perlencollier spricht, so befindet sich in der Mitte die grösste Perle. Die angereihten Perlen nehmen beidseits zum Verschluss hin an Grösse ab, z.B: von 7 mm auf 3,5 mm. Die Länge einer Perlenkette beträgt 43 cm (ca. 17 Zoll).
Die Perlenarten
In der heutigen Zeit sind "echte" oder "natürliche" Perlen kaum oder sehr selten zu finden. - Perlenschmuck, wie man ihn in Juweliergeschäften findet, entstammt den Zuchtfarmen. Je nach Gegend und Muschelart entstehen die vielfältigsten Perlenarten.
Man unterscheidet zwischen folgenden Perlenarten:
Naturperlen
Südsee-Zuchtperlen
Tahiti-Zuchtperlen
Akoya-Zuchtperlen
Mabé-Zuchtperlen
Keshi-Perlen
Süsswasser-Zuchtperlen
Naturperlen
Durch Zufall kann es vorkommen, dass ein Fremdkörper (Sandkorn, sonstiges) in eine Auster eindringt, welches sie versucht, auszustossen. Gelingt ihr dies nicht, bildet sie eine Substanz, den sogenannten Perlensack, um den Fremdling. - Eine natürliche Perle beginnt zu wachsen.
Die "natürliche" Perle ist heute sehr selten zu finden. Aus diesem Grund ist sie von unschätz- barem Wert und taucht nur auf Auktionen oder unter Sammlern und Perlenliebhabern auf.
Südseeperlen
Sie gelten als "Königinnen der Perlen" und "als Perlen der Königinnen", da sie durch ihre einzig-artige Farbenvielfalt, ihre aussergewöhnliche Grösse (bis zu ca. 33 mm) und ihren faszinierenden Lüster auffallen. Sie entstehen in Austern mit dem exotischen Namen "Pinctada Maxima". Diese kommen vor allem in der Südsee, in Malaysia, Indonesien, dem Meguri Archipel vor Burma (heute Myanmar) und vor der australischen Küste vor. Besonders berühmt sind vor allem die Farben Silber, Bläulich oder Metall, die in den Gewässern vor Australien zu finden sind. Südsee-Perlen sind in "barocker" (knorpelig) Form, als auch in ebenmässig runder Form erhältlich. - Ein schönes Collier mit ebenmässig runden Südsee-Perlen kann durchaus um die CHF 100'000.-- kosten.
Tahiti-Perlen
Sie variieren zwischen 9 - 17 mm und entstammen der dunklen Muschelart "Pinctada Margeritifera", die die weltbesten "schwarzen" Perlen hervorbringt. Wie der Name schon sagt, gilt Tahiti als Haupt-produzent. Sie sind vor allem in den Farben dunkles bis helles Grün, Blaugrün bis Hellblau und Silber erhältlich. Wie bei den Südsee-Perlen findet man auch unter den Tahiti-Perlen barocke undebenmässig runde Formen.
Akoya-Perlen
"Pinctada Martensii Fucata" ist der Name der Auster, die bis in die 90er Jahre in Japan gezüchtet wurde, dann zog China nach.
Die Akoya Perle ist der "Klassiker" unter den Perlencolliers. Sie wird ca. 2 - 9 mm gross. Weltruhm erlangte diese Perlenart vor allem durch den Namen Kokichi Mikimoto, geboren 1858 in Toba City, Japan. Bereits um 1900 erfand Mikimoto Zuchtmethoden für runde, ebenmässige Perlen.
Unbehandelt sind die Hauptfarben Crème, Gelb und Grün. In den Geschäften findet man sie aber vor allem in Rosa, Weiss, Silber oder Champagner. Dies ist das Ergebnis eines Bearbeitungsvor- ganges, bei dem Unreinheiten ausgebleicht werden. Die Akoya-Zuchtperle ist in den Formen oval, knopf-, tropfen- und barockförmig erhältlich.
Eine aussergewöhnlich schöne Halskette bei einem Durchmesser von 8 - 9 mm kann durchaus mehrere Tausend Dollar kosten.
Mabé Perlen
Die Mabé Auster ist ebenfalls in den japanischen Gewässern sowie in Südostasien heimisch. Durch Anbringen eines Kerns auf der oberen und unteren Innenschale der Auster entsteht die "halbe" oder "hemisphärische"Perle. Sie wird oft in Schmuckfassungen getragen.
Keshi Perlen
Keshis entstehen auf natürliche Weise im weichen Gewebe der Zuchtperlenaustern und Muscheln. Dies durch zufälliges Eindringen von winzigen Organismen wie Sand, Schalenteilchen etc. Die kleinsten Keshis sind nicht grösser als ein Stecknadelkopf, weshalb sie auch gerne "Mohnperlen" genannt werden. - Sehr edel wirken Südsee-Perlen Keshis, da sie grösser sind und deshalb in einem Collier besondere Wirkung erreichen. Wegen der grossen Nachfrage sind die Preise stark gestiegen.
Keshis enthalten keine fabrizierten Kerne. Deshalb sind kleine Keshis sehr aufwändig zum Bohren und Aufziehen. In Ländern wie Indien und China / Hong Kong werden sie gemahlen und zu medizinischen Zwecken verwendet.
Süsswasser-Perlen
Durch ihre Vielfalt in Farbe, Form und Grösse sind Süsswasser-Perlen sehr beliebt. Sie werden ca. 2 - 8 mm gross. Durchschnittlich liegen sie jedoch zwischen 4 - 5 mm. Als absolut selten gelten Perlen in der Grösse von 10 mm.
Ab 1924 bis ca. 1975 beherrschte Japan mit den Perlen aus dem Biwa-See die Süsswasser-Perlenzucht. Durch Umweltverschmutzung kam die Produktion zum Erliegen. In den 60er Jahren begann China Süsswasserperlen zu produzieren.
Die Ikecho, oder "Hyriopsis Schlegeli" ist die am meisten verwendete japanische Süsswasser-Muschel. Diese Süsswasser-Perlen haben keinen Perlmuttkern. Müssen sie jedoch grösser als 8 mm werden, wird mit einem Kern gearbeitet.
Nach ca. 1 1/2 Jahren sind Süsswasser-Perlen ca. 3 mm, nach 3 Jahren bereits 7 mm gross.
Folgende Farben können auftreten:
Weiss, Crème, Champagner, Orange-rosa, Lila, Hellviolett, Dunkel-braun und Braun. Die Formen sind oval, eiförmig, knopfartig, tropfen- bis kartoffelförmig.
Der Perlenindustrie ist es in den letzten Jahren gelungen, auch runde, ebenmässige Süsswasser-Perlen zu züchten. Sie bilden eine schöne Alternative zur klassischen Akoya-Perle, da sie preislich sehr vorteilhaft sind und im Aussehen kaum von der Akoya zu unterscheiden sind.