Als Edelsteine werden Mineralien bezeichnet, die zu Schmuckzwecken geschliffen und poliert werden können. Weiter zeichnen sich Edelsteine durch ihre Schönheit, Seltenheit und Beständig-keit gegenüber Abnutzung, Bruch und chemischer Einwirkung aus. So verfügt jeder Edelstein über besondere Eigenschaften wie beispielsweise Härte, Farbe oder Leuchtkraft, die für ihn charakte-ristisch ist. - Beim Diamanten sind es die unvergleichliche Härte und atemberaubende Brillanz.
Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind Diamanten sehr wohl zerstörbar.
Der französische Chemiker Antoine-Laurent Lavoisier zeigte dies 1772, indem er einen Diamanten zum Brennen brachte. - Er verschloss einen Diamanten in einem mit Sauerstoff gefüllten Glas und liess durch ein riesiges Brennglas Sonnenstrahlen auf diesen richten. Der Diamant verbrannte. Als Verbrennungsprodukt entwich reines Kohlendioxid (CO2).
Die 4 C's des Diamanten
Weltweit beurteilen Experten Diamanten nach dem einheitlichen System der 4 Cs:
Cut (Schliff)
Carat (Gewicht)
Coulor (Farbe)
Clarity (Reinheit)
Diese Angaben ermöglichen Käufern und Verkäufern den Vergleich und die Bewertung von Edelsteinen.
Wichtig ist zu wissen, dass keines der 4 C's dominiert. Bei einem Kauf kann innerhalb dieser vier Bewertungen frei entschieden werden, welchem C der Vorrang gegeben wird.
Cut (Schliff)
Die Natur bestimmt unzählige Eigenschaften eines Diamanten. Es bedarf jedoch einer meister-lichen Hand, um sein Feuer, seine wahre Brillanz und seine aussergewöhnliche Schönheit hervor-zubringen.
Ungeachtet der Grösse oder der Form reflektiert ein schön geschliffener Diamant das Licht in seinem Inneren, von einer Facette zur nächsten. Die Lichtbrechung an der Oberfläche sorgt für sein immerwährendes Funkeln. Wird ein Diamant zu spitz oder zu flach geschliffen, geht Licht durch die Seite oder gar durch die Unterseite verloren. So kann sich seine Brillanz und natürlich auch der Wert massiv verringern.
Durch den Schliff kann auch die Optik verändert werden. Zwei gleich grosse Steine können so, je nach Form oder Winkel ihres Schliffs, unterschiedlich gross erscheinen.
Darüber hinaus beschreibt der Schliff die Form des Diamanten. Rund, eckig, tropfen- oder herzförmig sind die gängigsten Arten, wobei die Auswahl an Schliffen durch den technischen Fortschritt ständig wächst.
Herzschliff
Länge und Breite sollten 1:1 sein
Maquise- oder Navette-Schliff
Länge- und Breite-Verhältnis sollte von 1,75:1 bis 2,25 : 1 sein
Oval-Schliff
Länge- und Breiteverhältnis sollte von 1,33:1 bis 1,66:1 sein
Tropfenschliff
Ideale Proportionen liegen im Bereich 1,50:1 bis 1,75:1
Kissenschliff
Quadratische bis rechteckige Form, abgerundete Ecken, weist meist 58 Facetten auf
Prinzess-Schliff
Quadratische Form mit spitzen Ecken, weist meist 78 Facetten auf
Asscher-Schliff
Stammt von der Royal Asscher Company, zeichnet sich durch einen achteckigen, quadratischen Stufenschliff aus, weist 74 Facetten auf
Carat (Gewicht)
Das Karat, fälschlicherweise oft verwendet, um die Grösse eines Diamanten zu beschreiben, ist eine Gewichtseinheit.
1 Karat = 100 Milligramm lässt sich nochmals in 100 Punkte unterteilen.
Dementsprechend kann ein 0,75 Karat schwerer Diamant als 75-Punkt-Diamant oder auch als 3/4 Karäter bezeichnen.
Da grössere Diamanten bedeutend seltener gefunden werden, liegt ihr Preis deutlich höher. So kostet beispielsweise ein Ein-Karat schwerer Diamant mehr als zwei Halb-Karat-Dia-manten von gleicher Farbe, Reinheit und gleichem Schliff.
Der Wert eines Diamanten wird aber nicht nur von seiner Karat-Zahl bestimmt. Zwei gleich grosse Diamanten, mit gleichem Karatgewicht, können trotzdem unterschiedlich viel Wert sein, da auch ihr Schliff, ihre Reinheit und Farbe von Bedeutung sind
Es ist daher möglich, dass ein kleinerer, aber perfekt geschliffener Diamant von besserem Weiss und lupenreiner Beschaffenheit sehr viel wertvoller sein kann, als ein grösserer Stein mit geringerem Weiss und mehr Einschlüssen.
Colour (Farbe)
Diamanten werden in fast allen Farben des Regenbogens gefunden, wobei weisse Steine nach wie vor am beliebtesten sind. Unterteilt in alphabetischer Reihenfolge von D - Z existieren über 20 feine Farb-nuancen. Ihre Abweichung ist so gering, dass die Bestimmung nur Experten, unter bestimmten Lichtverhältnissen und anhand genormter Mustersteine vornehmen können. Die Steine am oberen Ende der Skala sind teurer, weil sie seltener sind. Eine Unterscheidung mit blossem Auge festzu-stellen ist beinahe unmöglich.
Je weniger Gelbtönung ein Diamant hat, desto seltener und wertvoller ist er. Dies trifft insbesondre auf Diamanten der Farbgraduierung D bis Z zu.
Gemäss Angaben des Gemological Institute of America sind nur 15 Prozent der weiltweiten Diamantproduktion von schleifbarer Edelsteinqualität. Von diesen Diamanten zählen rund 95 Prozent zur Farbkategorie G bis Z, das heisst, sie weisen einen gelblichen Farbton aus. Weiter bedeutet dies, dass farblose Diamanten extrem selten und folglich auch teurer sind.
Farbbezeichnungen wie "River" oder "Canary yellow" führten früher oft zu Konfusionen, da das individuelle Farbempfinden sehr subjektiv ist.
Um eine einheitliche Kommunikation zu gewährleisten, haben verschiedene Institutionen Richtlinien entwickelt.
Im weltweiten Handel mit Diamanten werden neben den Farbgraduierungsbegriffen des International Diamond Council (IDC), der Conféderation internationale de la bijouterie, joallierie, orfèvrerie des dia-mants, perles et pierres (CIBJO) und insbesondere diejenigen des Gemological Institute of America (GIA) angewendet. Sie beurteilen weisse und leicht gelbliche Diamanten. Für die Fantasiefarben exi-stiert ein eigenes Beurteilungssystem.
Clarity (Reinheit)
Naturgegebene Merkmale, Einschlüsse genannt (inclusions), verleihen dem Stein eine eigene Signatur, ähnlich einem Fingerabdruck. Mit blossem Auge in der Regel nicht erkennbar, handelt es sich bei diesen winzigen Merkmalen um eingeschlossene Minerale oder Brüche, die auf die Entstehungszeit des Diamanten in der Erde zurückzuführen sind. Die Einschlüsse beziehen sich auf das Innenleben des Steins, während sich die Makel (blemishes) auf der Aussenseite des polierten Diamanten befinden.
Von Fehlern zu sprechen, wäre etwas vermessen, gilt doch der Diamant als "König der Edelsteine".
Der Reinheitscharakteristik können drei Absichten zugeschrieben werden:
- Festlegung des Reinheitsgrades - Beeinflussung des Wertes - Identifikation des Steines, da kein zweiter Diamant dasselbe Reinheitsbild vorweist
Der Reinheitsgrad eines Diamanten wird unter zehnfacher Vergrösserung mit Hilfe einer Lupe oder eines Mikroskops bestimmt. Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Ein-schlüsse erkennbar sind und je zentraler sie sich befinden, desto geringer fällt die Graduierung aus. Zusätzlichen Ein-fluss haben Grössen und Relief der Einschlüsse.
Bild links: Einschlüsse in einem Diamanten
Bild rechts: Eingeschlossener Diamantkristall
Diamant mit Laserbohrlöcher
Untiefe Kratzer im Diamanten
Lupenreine Diamanten sind äusserst selten und dadurch teurer, wobei kleine Einschlüsse die Schönheit und Brillanz eines Steines nicht beeinträchtigen. Diamanten, die sich in Farben und Gewicht gleichen, können sich durch Einschlüsse stark im Preis unterscheiden.
Zu bedenken ist, dass diese Einschlüsse mit blossem Auge meist nicht erkennbar sind und deshalb ein Schmuck oder Stein trotzdem einwandfrei aussieht.
Die Bezeichnungen für Einschlüsse in einem Diamanten