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Gold Lexikon




Goldimitate

Vor allem aufgrund des hohen Preises von Gold hat man Legierungen aus edlen Metallen entwickelt, die als Goldersatz benutzt werden oder als Unterlage bei der Herstellung von Doublé Verwendung finden.

Dies sind in den meisten Fällen ungenormte Kupferlegierungen mit den verschiedensten Zusätzen.

Besteht eine solche Legierung aus mindestens 50 % Kupferanteil, manchmal auch geringfügig darunter, kombiniert mit Zink als Hauptlegierungsanteil (bis über 44 %), so bezeichnet man sie als Messing. Manchmal ist hier bis zu 3 % Blei enthalten, um die Zerspanbarkeit des nicht leicht zu verarbeitenden Messings zu erhöhen. Dies ist wichtig, wenn man es drehen, sägen, bohren oder gravieren will. Steigt der Kupferanteil des Messings auf über 67 %, so nennt man es Tombak. Von Sondermessing spricht man, wenn kleine Mengen von Alluminium, Eisen, Mangan, Nichel, Silicium, Zinn, oder in seltenen Fällen auch Gold hinzulegiert sind.

Doch auch aus Edelmetallen werden Legierungen hergestellt, die wie Gold erscheinen können, ohne dass Gold in ihnen enthalten ist. Bei manchen Legierungen wird jedoch auch Gold selbst in geringen Anteilen hinzugegeben.


Handelsübliche Benennungen

Namen von Goldimitaten und goldähnlich aussehenden Legierungen sowie ihre jeweilige Zusammensetzung:

Blattgold, unechtes – Eine Tombak-Legierung mit goldähnlichem Farbton und von hoher Dehnbarkeit. Die Zusammensetzung besteht aus ca. 75–85 % Kupfer, legiert mit Zink.

Coopersches Gold – Eine goldgelbe Platinlegierung, bestehend aus 80 % Platin und 20 % Kupfer.

Cupror – Diese Legierung ist benannt nach dem lateinischen Wort für Kupfer, cuprum, und dem französischen Wort für Gold, or. Es handelt sich um eine Aluminium-Bronze aus Kupfer mit einem Zusatz von 5,8 % Aluminium. Die Farbe der Legierung ähnelt sehr der von Gold.

Dixigold – Dies ist eine Aluminiumbronze aus 10 % Aluminium und 90 % Kupfer. Sie ist sehr hart und säurefest. 

Nordisches Gold – Eine unmagnetische Legierung von guter Goldfarbe aus 89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn. Diese Legierung wird zur Herstellung von Euromünzen mit den Nominalen 50, 20 und 10 Eurocent verwendet und war bereits vorher in einigen Ländern als Münzlegierung in Gebrauch.

Französisches Gold – Hier handelt es sich um Rottombak aus 10–15 % Zink, der Rest ist Kupfer. Es wird auch der Name Oreïde dafür benutzt, abgeleitet von dem französischen Wort für Gold, or. Diese Legierung wird für Gürtlerwaren oder seltener auch für Bestecke benutzt.

Goldbronze – Hiermit werden zwei verschiedene Legierungen bezeichnet. 1. Eine Rotgusslegierung von goldgelber Farbe, die aus 90,5 % Kupfer mit einem Zusatz von 6,5 % Zinn und 3 % Zink besteht. 2. Eine echtes Gold enthaltende Aluminiumbronze, bestehend aus 3–8 % Aluminium, 2 % Gold und 90–95 % Kupfer.

Goldeloxal - goldfarbenes, elektrisch oxidiertes Aluminium z. B. für Modeschmuck. 

Goldimitation – Dies ist eine goldfarbene Aluminiumbronze aus 2 % Aluminium, 0,2 % echtem Gold und 97,8 % Kupfer. Für diese Legierung erhielten Paul Lazard und Louis Emmanuel Daniel aus Paris im Jahre 1889 ein deutsches Patent mit der Nummer 47380.

Goldkupfer – Eine Rotgusslegierung aus 3 % Zink, 6,5 % Zinn und 90,5 % Kupfer.

Goldschaummetall – Diese Tombaklegierung besitzt eine besonders hohe Dehnbarkeit und wird darum zur Herstellung unechten Blattgoldes verwendet. Sie besteht aus 15,5–22,2 % Zink; der Rest ist Kupfer.

Goldtombak – Dieser Tombak enthält 15 % Zink. Der Rest ist wiederum Kupfer. Man nennt diese Legierung auch Mitteltombak.

Mannheimer Gold – Hiermit wird ein Rotguss aus 9,3 % Zink, 7 % Zinn und einer dem Rest entsprechenden Menge Kupfer benannt. Eine geschützte Warenbezeichnung für die gleiche Legierungszusammensetzung ist Similor.

Mosaikgold – Hier handelt es sich ausnahmsweise nicht um eine spezielle Legierung. Mosaikgold ist eine geschützte Warenbezeichnung für aus verschiedenfarbigen (Echt-)Gold-Legierungen zusammengesetztes Halbzeug zur Schmuckherstellung. Halbzeug sind bereits teilweise vorverarbeitete Materialien; in diesem Fall handelt es sich um Bleche und Bänder. Fälschlich wird dieser Begriff jedoch manchmal auch als Ersatzname für die ähnlich klingende geschützte Warenbezeichnung

Mosaisches Gold  – Dies ist eine geschützte Warenbezeichnung für goldgelbe Messing- und Tombak-Legierungen aus 25–37 % Zink und entsprechender Restmenge Kupfer.

Muschelgold – Eine Messinglegierung bestehend aus 53,5 % Zink und 46,5 % Kupfer. Es ist sehr spröde. Man verwendet es zur Herstellung von Knöpfen.

Nürnberger Gold – Auch hier ist wie bei der Goldimitation und der Goldbronze echtes Gold enthalten. Es handelt sich um eine Aluminiumlegierung von ca. 7–8 % Aluminium, 2–3 % Gold und 90 % Kupfer.

Oreïde – Die auch unter dem Namen Französisches Gold bekannte Legierung erhielt ihren Namen aus einer Ableitung des französischen Wortes für Gold, or. Es ist eine goldfarbene Tombaklegierung aus 10–15 % Zink. Der Rest besteht aus Kupfer. Diese Legierung wird für Gürtlerwaren oder seltener auch für Bestecke benutzt.

Pariser Talmigold – Dieses Sondermessing enthält ebenfalls echtes Gold. Die Legierung besteht aus Kupfer mit einem Zusatz von 8,9 % Zink und 0,9 % Gold. Es besitzt eine goldgelbe Farbe und eine gute Dehnbarkeit. Darum benutzt man es für Schmuck- und Korpuswaren, die anschließend vergoldet werden. Es wurde benannt nach dem Pariser Fabrikanten Tallios, der 1840 eine Kupferlegierung bestehend aus 87 % Kupfer, 12 % Zink und 1 % Zinn auf den Markt brachte, die mit einer aufgewalzten oder galvanisch aufgebrachten Goldschicht plattiert war. Gehandelt wurde es als Tallios-mi-or, zusammengesetzt aus seinem Namen und dem französischen Begriff mi-or für Halbgold. Hieraus wurde das spätere Talmigold und seine abgewandelte Benennung.

Prinzessmetall – Eine andere Schreibweise hierfür ist Princesmetall. Es ist eine goldgelbe Messinglegierung aus 66,7 % Kupfer und 33,3 % Zink.

Rauschgold – Hierfür wird auch der Begriff Rauschmessing benutzt. Es handelt sich um dünne Messingfolien mit einer Stärke von 10 bis 30 nm. Diese Folien „rauschen“, wenn man sie berührt. 

Schaumgold – Siehe Goldschaummetall.

Similor – Dies ist eine geschützte Warenbezeichnung, die ihren Namen aus der Kombination des lateinischen Wortes similis für ähnlich und dem französischen Wort für Gold, or erhalten hat. Es handelt sich um einen Rotguss aus 9,3 % Zink, 7 % Zinn und einer dem Rest entsprechenden Menge Kupfer. Diese Legierung bezeichnet man auch als Mannheimer Gold.

Talmigold – Siehe Pariser Talmigold.

Yellow Metal – Dies ist eine für Kunstschmiedearbeiten verwendete Messinglegierung aus 60 % Kupfer und 40 % Zink


Farbgoldlegierungen

Rotgold

Rotgold ist eine Goldlegierung, bestehend aus Feingold, Kupfer und gegebenenfalls etwas Silber. Damit verbessert man die mechanische Verarbeitbarkeit. Der relativ hohe Kupferanteil, welcher deutlich über dem des Silbers liegt, ist für die namensgebende „rote“ Färbung und Härte des Materials verantwortlich. Der Farbton ist kupferähnlich.

Regional sind bestimmte Goldfarbtönungen beliebt.  So akzeptiert der Osten und Süden Europas  eher die dunkleren und farbstarken rötlicheren Goldlegierungen.

Umgangssprachlich wurde Rotgold auch als Russengold bezeichnet. In Süddeutschland ist auch heute noch der Begriff Türkengold gebräuchlich.

Anmerkung zum „Russengold“: Dieses Gold hat den ungebräuchlichen Feingehalt von 583 und ist daran sehr gut zu erkennen. Die Färbung ist auch etwas heller als bei gängigem Rotgold.

Gelbgold

Bei Gelbgold handelt es sich um eine dem Feingold ähnelnde gelbe Goldlegierung aus Feingold mit Silber und Kupfer. Das Verhältnis beeinflusst die Farbe. Mit abnehmendem Goldgehalt reduziert sich auch die Tiefe des Gelbtons sehr schnell.

Üblicherweise ist das Verhältnis der dem Gold zugesetzten Metallen untereinander ca. 1:1. Die Tönungen und Farbintensitäten können stufenlos und beliebig gewählt werden. Die Farbe reicht von hellgelb mit deutlichem Silberanteil bis zu gelborange mit entsprechendem Kupferzusatz. Gelbgold ist weltweit mit Abstand die beliebteste Goldfarbe.

Grüngold

Grüngold ist eine grünlich-gelbe Goldlegierung ohne Kupferzusatz. Die Farbe entsteht durch Annäherung an das Atomverhältnis Gold:Silber 1:1. Im optimalen Fall entspricht dies einem Goldanteil von 646, bei dem sehr deutlich der Grünton auftritt. Da in diesem Fall der Silberanteil schon über 40 % beträgt, ist der Farbton relativ hell. Mit Cadmium lässt sich bis zu einem Drittel des Silberanteils ersetzen, was den Grünton intensiviert, was allerdings die günstigen Anlaufeigenschaften und die Schmelztemperatur reduziert.

Die Legierungen sind sehr weich und wenig farbstark. Grüngold wird selten verwendet, vorzugsweise zur Darstellung von Laubblättern oder ähnlichem.

Weißgold und Graugold

Dieser fast farblose Werkstoff wurde in den Jahren 1912/13 als kostengünstiger und punzierfähiger Platinersatz zur Schmuckherstellung in Pforzheim entwickelt und werbewirksam als Weißgold eingeführt.

Im frankophonen Sprachraum sind diese Werkstoffe treffender als „or gris“, Graugold, bekannt. Ziel war es, ein gut zu verarbeitendes, anlaufbeständiges Material, in welchem farblose Brillanten hervorragend zur Wirkung kamen, herzustellen. Bis dato war man auf Silber, das leider nachdunkelt, oder eben Platin sowie das etwas dunklere und leichtere Palladium angewiesen. Aus diesem Grund existieren keine Schmuckstücke in Weißgold, welche vor den 20er Jahren hergestellt wurden.

Weißgold als Sammelbegriff bezeichnet Goldlegierungen, die durch Beimischung deutlich entfärbender Zusatzmetalle eine weiß-blassgetönte Goldlegierung ergeben. Als Legierungszusätze werden hauptsächlich das Platin-Nebenmetall Palladium, (früher sehr häufig Nickel oder bei niedrigen Goldgehalten Silber) verwendet. Die Entfärbung des von Natur aus gelben Goldes tritt kontinuierlich ein und setzt eine gewisse Menge des entfärbenden Zusatzes voraus; der Rest, der dann noch bis zum berechneten Gesamtvolumen fehlt, wird oft aus Kupfer/Silber gestellt.

Viele Metalle bilden mit Gold „weiße“ Legierungen, so Amalgam (Legierung mit Quecksilber), Eisen, das sogar rostet, dann auch Platin, das eine schwere, teurere und sehr gut aushärtbare Legierung mit Gold bildet. Die in präkolumbischer Zeit in Südamerika hergestellten Platinobjekte bestehen aus diesem weißlich-beige und schmutzig-grau aussehenden Material.

Nickelhaltiges Weißgold

Eine Gold-Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit variablen 10–13 % Nickelanteil, kann auch als durch den Nickelzusatz entfärbte Rotgoldlegierung aufgefasst werden; demzufolge ist es auch relativ hart und kann bis zur Federhärte gewalzt, gezogen oder geschmiedet werden.

Die hohe Grundfestigkeit ermöglicht beispielsweise geringere Wandstärken bei gleicher Stabilität. Weitere Eigenschaften wie hervorragende Zerspanbarkeit und Polierbarkeit sind von großem Vorteil. Dazu kommen noch der niedrige Schmelzpunkt und günstigere Preis, der wiederum daraus resultiert, dass keine weiteren Edelmetalle im Zusatz enthalten sind und die Dichte geringer ist als beim palladiumlegierten Pendant. Für mechanisch beanspruchte Teile wie Broschierungen, Nadeln, Scharniere und Verbindungsteile wird dieses Material von den Schmuckherstellern und Juwelieren aufgrund der Festigkeit sehr geschätzt. Nickelweißgold ist die Basis von weißgoldenen Lotlegierungen. Da jedoch der Nickelanteil auf der Haut allergische Reaktionen hervorrufen kann, wird es mittlerweile in fast allen modernen Schmucklegierungen weitestgehend vermieden.

Die edlere Alternative ist palladiumhaltiges Weißgold, eigentlich treffender als Graugold zu bezeichnen. Es ist vergleichsweise weich, wobei es unterschiedliche Rezepturen von harten bis weichen Legierungen gibt. Es handelt sich um Mehrstofflegierungen mit bis zu sechs Komponenten. Der Grundfarbton der palladiumbasierten Goldmischungen ist allgemein dunkler, eben „grauer“ als der des nickelbasierten Weißgoldes. Der Palladiumzusatz mit ca. 13–16 % muss höher als beim Nickelweißgold gewählt werden, um die Gesamtmischung vergleichbar zu entfärben. Üblicherweise werden diese Weiß-/Graugoldlegierungen meistens nach der Bearbeitung sowieso rhodiniert. Daher ist es weniger wichtig, dass die Legierung so ganz farbrein weiß oder hellgrau erscheint, und man spart bewusst am Palladiumzusatz, der doch sehr den Preis auftreibt und zudem die Mischung nachteilig auch dunkler färbt. Nativ sehen diese Werkstoffe demzufolge oft leicht beige aus. Der Vergleich mit Platin oder Silber ist augenfällig. Die Verarbeitungseigenschaften, wie Zerspanbarkeit, welche bei maschinellem Drehen beispielsweise von Trauringen gefordert ist, stellen andere Anforderungen an die Werkzeuge. Die Gießeigenschaften (höherer Schmelzpunkt und höhere Oberflächenspannung der Schmelze) unterscheiden sich auch vom nickelbasierten Pendant. Eine strukturelle Zähigkeit der Legierungen erhöht z. B. den Aufwand der Hochglanzpolitur in ungewohnter Weise. Nachteilig ist der erhöhte Preis durch den nicht unbeträchtlichen Palladiumanteil und die höhere Dichte des Materials. Positiv zeigen die Legierungen ihren hohen Anteil an Edelmetallen (Gold-Palladium-Silber) in deren Eigenschaften. Ein Schmuckstück in Palladiumweißgold ist derzeit (Januar 2007) ca. 20 % teuer als das vergleichbare aus Gelbgold bei gleichem Feingehalt.

Anbieter von Goldlegierungen entwickeln immer wieder neuartige Werkstoffe. So gibt es Weißgoldlegierungen mit Cobalt, Chrom, Mangan-Germanium, und anderen Metallen. Verarbeitungsprobleme, Preisentwicklungen oder mangelnde Akzeptanz der Kunden führen aber auch dazu, dass solche neuen Goldlegierungen wieder vom Markt verschwinden.

Da sich „weißes“ Gold nicht elektrochemisch abscheiden lässt, werden Schmuckerzeugnisse aus Weißgold in der Regel auf galvanischem Wege rhodiniert. Dieser Überzug mit Rhodium, einem Platin-Nebenmetall, bewirkt eine Farbverbesserung hin zu einem reinen, silberartigen Weiß, sowie einer verbesserten Kratzfestigkeit gegenüber der unbeschichteten Metalloberfläche aus reinem Weißgold. Dieser Rhodiumüberzug muss nicht explizit angegeben werden. Durch Abtragen dieses Überzuges kommt das eigentliche Weiß- oder Graugold wieder zum Vorschein, was z. B. bei Trauringen oft zu optischen Beeinträchtigungen führt.

Titan-Gold-Legierung

Eine aushärtbare Titan-Gold-Legierung mit 99 % Gold und 1 % Titan wird in der Trauringherstellung und Medizintechnik eingesetzt. Der hohe Edelmetallanteil in Verbindung mit hoher Festigkeit machen den Werkstoff interessant. Die gelbe Farbe ist vergleichbar mit der von 750 Gelbgold, jedoch „grauer“. Durch den Titanzusatz ist die Legierung beim Schmelzen sehr empfindlich und reagiert mit Sauerstoff und Stickstoff.